Cassegrain Teleskope – Spezialisten für Mond & Planeten
Klassische Cassegrain-Teleskope kombinieren eine sehr lange Brennweite mit einem vergleichsweise kompakten Tubus. Als reine Spiegelteleskope bieten sie eine farbfehlerfreie Abbildung und eignen sich besonders für detailreiche Beobachtungen von Mond, Planeten, Doppelsternen und kleineren Deep-Sky-Objekten.
Entdecken Sie klassische Cassegrain-Teleskope von Omegon und TS-Optics mit Öffnungen von 6 bis 12 Zoll – ideal für anspruchsvolle visuelle Beobachtung sowie hochauflösende Mond- und Planetenfotografie.
Klassische Cassegrain Teleskope – lange Brennweite im kompakten Tubus
Das klassische Cassegrain-Teleskop ist ein reines Spiegelteleskop und verbindet eine lange Brennweite mit einer deutlich kürzeren Tubuslänge.
Das einfallende Licht trifft zunächst auf einen parabolischen Hauptspiegel und wird von dort zu einem konvexen hyperbolischen Fangspiegel reflektiert. Anschließend wird das Licht durch eine zentrale Öffnung im Hauptspiegel zum Fokus hinter dem Teleskop geleitet.
Durch diesen gefalteten Strahlengang lassen sich Brennweiten von weit über 1500 oder sogar 3000 mm in einem vergleichsweise kompakten Tubus realisieren.
Klassische Cassegrain-Teleskope eignen sich besonders für:
- Mondbeobachtung
- Planetenbeobachtung
- Doppelsterne
- Kugelsternhaufen
- planetarische Nebel
- kompakte Deep-Sky-Objekte
- Mondfotografie
- Planetenfotografie
Wie funktioniert ein klassisches Cassegrain-Teleskop?
Ein klassisches Cassegrain besitzt zwei speziell geformte Spiegel:
Der Hauptspiegel ist parabolisch geformt und sammelt das einfallende Licht.
Der Fangspiegel ist hyperbolisch und reflektiert das Licht zurück durch eine Öffnung im Hauptspiegel.
Dadurch wird der Lichtweg im Tubus gefaltet und die effektive Brennweite erheblich verlängert.
So kann beispielsweise ein Cassegrain mit rund 1800 bis 3600 mm Brennweite einen wesentlich kürzeren Tubus besitzen als ein Refraktor mit vergleichbarer Brennweite.
Keine chromatische Aberration
Da ein klassisches Cassegrain für die eigentliche Bilderzeugung ausschließlich Spiegel verwendet, tritt keine klassische chromatische Aberration wie bei Linsenteleskopen auf.
Unterschiedliche Lichtfarben werden von den Spiegeln nicht unterschiedlich fokussiert.
Das ist besonders interessant bei:
- hellen Sternen
- Mond
- Jupiter
- Saturn
- Mars
- hochauflösender Fotografie
Farbsäume, wie sie bei einfachen achromatischen Refraktoren auftreten können, entstehen bei einem reinen Spiegelsystem nicht durch die Hauptoptik.
Cassegrain-Teleskope für Mondbeobachtung
Die lange Brennweite macht klassische Cassegrain-Teleskope besonders interessant für die Beobachtung des Mondes.
Bereits mit normalen Okularbrennweiten lassen sich mittlere und hohe Vergrößerungen erreichen.
Auf dem Mond können je nach Öffnung und Beobachtungsbedingungen zahlreiche Details sichtbar werden:
- große und kleine Krater
- Zentralberge
- Gebirgszüge
- Rillen
- Mondmeere
- Kraterwälle
- feine Schattenstrukturen
Besonders interessant ist die Region entlang des Terminators, also der Grenze zwischen beleuchteter und unbeleuchteter Mondoberfläche.
Durch den flachen Lichteinfall erscheinen Krater und Gebirge dort besonders plastisch.
Cassegrain-Teleskope für Planeten
Auch Planeten gehören zu den klassischen Beobachtungszielen eines Cassegrain.
Die lange Brennweite ermöglicht komfortable hohe Vergrößerungen, während größere Öffnungen eine hohe theoretische Auflösung bieten.
Jupiter
Bei geeigneten Bedingungen lassen sich unter anderem beobachten:
- die vier Galileischen Monde
- die beiden großen Wolkenbänder
- weitere atmosphärische Strukturen
- bei günstigen Bedingungen der Große Rote Fleck
- Schatten von Mondtransits
Saturn
Saturn bietet mit seinem Ringsystem eines der eindrucksvollsten Teleskopbilder.
Mit ausreichender Öffnung und guten Bedingungen können neben den Ringen verschiedene Monde und zusätzliche Strukturen sichtbar werden.
Mars
Während günstiger Oppositionen können auf Mars dunklere Oberflächenstrukturen sowie die Polkappen beobachtet werden.
Venus
Bei Venus lassen sich besonders gut die verschiedenen Phasen verfolgen.
Doppelsterne beobachten
Klassische Cassegrain-Teleskope sind auch für Doppelsternbeobachtung interessant.
Die lange Brennweite und die gute Abbildung auf der optischen Achse ermöglichen hohe Vergrößerungen.
Je nach Öffnung, atmosphärischer Ruhe und Abstand der Komponenten können enge Doppelsterne getrennt werden.
Gerade helle Doppelsterne sind deshalb attraktive Ziele für ein Cassegrain.
6 Zoll Cassegrain
Ein Cassegrain mit ungefähr 150 mm Öffnung bietet einen vergleichsweise kompakten Einstieg in diese Teleskopbauart.
Typische Vorteile sind:
- geringes Tubusgewicht
- gute Transportabilität
- lange Brennweite
- moderate Anforderungen an die Montierung
- gute Eignung für Mond und Planeten
Ein 6"-Cassegrain ist deshalb besonders interessant für Beobachter, die ein kompaktes Planetenteleskop mit klassischer Spiegeloptik suchen.
8 Zoll Cassegrain
Mit etwa 200 mm Öffnung steigt das Auflösungsvermögen deutlich.
Ein 8"-Cassegrain bietet einen interessanten Kompromiss zwischen:
- Öffnung
- Brennweite
- Transportabilität
- Montierungsanforderungen
- visueller Leistung
Neben Mond und Planeten werden auch zahlreiche kompaktere Deep-Sky-Objekte interessant.
10 Zoll Cassegrain
Ein 10"-Cassegrain mit etwa 250 mm Öffnung bietet bereits erhebliches Auflösungs- und Lichtsammelvermögen.
Bei gutem Seeing können Mond und Planeten sehr detailreich beobachtet werden.
Auch Kugelsternhaufen, planetarische Nebel und zahlreiche weitere kompakte Deep-Sky-Objekte profitieren von der größeren Öffnung.
Ein solches Teleskop stellt jedoch entsprechend höhere Anforderungen an die Montierung.
12 Zoll Cassegrain
Mit rund 300 mm Öffnung richtet sich ein 12"-Cassegrain an ambitionierte Beobachter.
Die große Öffnung ermöglicht unter geeigneten Bedingungen eine hohe Detailauflösung bei Mond und Planeten und sammelt gleichzeitig genügend Licht für zahlreiche Deep-Sky-Objekte.
Ein solches System eignet sich besonders für:
- anspruchsvolle Planetenbeobachtung
- hochauflösende Mondbeobachtung
- Planetenfotografie
- Doppelsterne
- Kugelsternhaufen
- kleine planetarische Nebel
Für diese Größenklasse ist eine entsprechend stabile und tragfähige Montierung erforderlich.
Warum f/12 für Mond und Planeten interessant ist
Viele klassische Cassegrain-Teleskope besitzen ein relativ langes Öffnungsverhältnis von etwa f/12.
Dadurch entsteht eine lange Brennweite, die besonders bei kleinen Himmelsobjekten und hohen Vergrößerungen vorteilhaft ist.
Ein Teleskop mit 1800 mm Brennweite erreicht mit einem 10-mm-Okular beispielsweise:
1800 mm ÷ 10 mm = 180x Vergrößerung
Bei 3000 mm Brennweite liefert dasselbe Okular bereits:
3000 mm ÷ 10 mm = 300x Vergrößerung
Ob eine solche Vergrößerung tatsächlich sinnvoll nutzbar ist, hängt jedoch immer von Öffnung, optischer Qualität und atmosphärischem Seeing ab.
Offene Bauweise und thermische Anpassung
Klassische Cassegrains besitzen im Gegensatz zu Schmidt-Cassegrain- oder Maksutov-Systemen keine große Korrektorplatte an der Vorderseite des Tubus.
Viele Modelle verwenden deshalb eine offene Tubuskonstruktion.
Dadurch kann Luft leichter zirkulieren und die Optik kann sich an die Außentemperatur anpassen.
Eine gute thermische Anpassung ist besonders wichtig für hochauflösende Mond- und Planetenbeobachtung.
Warme Luftströmungen im Tubus können ansonsten die Bildschärfe deutlich beeinträchtigen.
Cassegrain oder Maksutov?
Maksutov-Cassegrain und klassisches Cassegrain bieten beide lange Brennweiten bei relativ kompakter Bauform.
Ein Maksutov besitzt jedoch eine Meniskus-Korrektorplatte an der Vorderseite.
Das klassische Cassegrain arbeitet dagegen als reines Spiegelsystem ohne eine solche Frontlinse.
Typische Eigenschaften eines klassischen Cassegrains sind:
- offene Bauweise
- keine große Frontlinse
- keine chromatische Aberration der Hauptoptik
- lange Brennweite
- gute Eignung für Mond und Planeten
- große Öffnungen verfügbar
Ein Maksutov ist häufig besonders kompakt und besitzt einen geschlossenen Tubus, benötigt bei größeren Öffnungen aber mehr Zeit für die thermische Anpassung.
Cassegrain oder Schmidt-Cassegrain?
Auch ein Schmidt-Cassegrain besitzt einen gefalteten Strahlengang, verwendet jedoch eine Schmidt-Korrektorplatte an der Vorderseite.
Ein klassisches Cassegrain kommt ohne diese Korrektorplatte aus.
Schmidt-Cassegrains werden häufig um f/10 angeboten und sind sehr vielseitige Allround-Teleskope.
Klassische Cassegrains liegen dagegen häufig bei längeren Öffnungsverhältnissen wie f/12 und haben einen deutlicheren Schwerpunkt auf:
- Mond
- Planeten
- Doppelsterne
- kleinere Deep-Sky-Objekte
- hochauflösende Fotografie
Für besonders große Gesichtsfelder sind beide Systeme aufgrund ihrer langen Brennweiten weniger spezialisiert.
Cassegrain oder Ritchey-Chrétien?
Obwohl Ritchey-Chrétien- und klassische Cassegrain-Teleskope äußerlich ähnlich aussehen können, unterscheiden sie sich deutlich in ihrer optischen Konstruktion.
Beim klassischen Cassegrain ist der Hauptspiegel parabolisch und der Fangspiegel hyperbolisch.
Beim Ritchey-Chrétien sind sowohl Haupt- als auch Fangspiegel hyperbolisch.
Das Ritchey-Chrétien ist speziell auf eine deutlich bessere Korrektur von Off-Axis-Koma ausgelegt und wird deshalb besonders häufig für Deep-Sky-Astrofotografie verwendet.
Das klassische Cassegrain spielt seine Stärken dagegen besonders auf und nahe der optischen Achse aus und eignet sich hervorragend für kleine Beobachtungsziele und Planetenfotografie.
Hat ein klassisches Cassegrain Koma?
Ja. Ein klassisches Cassegrain ist auf der optischen Achse sehr gut korrigiert, aber nicht grundsätzlich komafrei.
Zum Bildrand hin kann bei größeren Feldern Koma auftreten.
Für visuelle Mond- und Planetenbeobachtung spielt das meistens nur eine geringe Rolle, da das Beobachtungsobjekt typischerweise in der Bildmitte liegt.
Bei Astrofotografie mit größeren Sensoren können die Abbildungsfehler zum Rand hin dagegen sichtbarer werden.
Für großformatige Deep-Sky-Fotografie ist ein RC-Teleskop oder ein dafür optimiertes korrigiertes System daher häufig besser geeignet.
Deep-Sky-Beobachtung mit einem Cassegrain
Auch Deep-Sky-Objekte lassen sich mit einem klassischen Cassegrain beobachten.
Besonders gut geeignet sind kompaktere Ziele wie:
- Kugelsternhaufen
- planetarische Nebel
- kleine offene Sternhaufen
- kompakte Galaxien
- Doppelsterne
Großflächige Nebel oder ausgedehnte Sternfelder passen dagegen aufgrund der langen Brennweite häufig nicht vollständig in das Gesichtsfeld.
Für solche Objekte sind kurzbrennweitige Refraktoren oder Newton-Teleskope meist besser geeignet.
Cassegrain für Mond- und Planetenfotografie
Die Mond- und Planetenfotografie gehört zu den großen Stärken eines klassischen Cassegrain-Teleskops.
Die lange Brennweite ermöglicht bereits ohne extreme Brennweitenverlängerung einen großen Abbildungsmaßstab.
Mit einer schnellen Planetenkamera können Videos mit vielen Einzelbildern aufgenommen werden.
Anschließend werden die schärfsten Bilder ausgewählt, ausgerichtet und gestackt.
Dadurch lassen sich detailreiche Aufnahmen erstellen von:
- Mond
- Jupiter
- Saturn
- Mars
- Venus
Barlowlinse für Planetenfotografie
Abhängig von Kamera, Pixelgröße, Öffnung und Seeing kann eine Barlowlinse eingesetzt werden, um den Abbildungsmaßstab weiter zu erhöhen.
Eine möglichst starke Brennweitenverlängerung ist jedoch nicht automatisch sinnvoll.
Die optimale Brennweite sollte auf die verwendete Kamera und die aktuellen Beobachtungsbedingungen abgestimmt werden.
Deep-Sky-Astrofotografie mit f/12
Grundsätzlich können auch Deep-Sky-Aufnahmen mit einem klassischen Cassegrain erstellt werden.
Das relativ langsame Öffnungsverhältnis und die lange Brennweite stellen allerdings hohe Anforderungen an:
- Montierung
- Nachführgenauigkeit
- Autoguiding
- Belichtungszeit
- Fokussierung
- mechanische Stabilität
Besonders geeignet sind kleinere Objekte wie:
- kompakte Galaxien
- planetarische Nebel
- Kugelsternhaufen
Für große Nebel oder weitläufige Galaxien ist ein kurzbrennweitiger APO oder ein anderes fotografisch schnelleres System meist komfortabler.
Externer Okularauszug und kein klassisches Spiegelshifting
Viele klassische Cassegrain-Teleskope fokussieren über einen externen Okularauszug.
Der Hauptspiegel bleibt dabei fest montiert.
Das unterscheidet diese Konstruktion von Teleskoptypen, bei denen zur Fokussierung der Hauptspiegel verschoben wird.
Ein hochwertiger Okularauszug ist besonders für fotografische Anwendungen wichtig, da er auch Kameras und weiteres Zubehör stabil tragen muss.
Welche Montierung benötigt ein Cassegrain?
Ein Cassegrain besitzt zwar einen kompakten Tubus, kann bei größeren Öffnungen jedoch ein erhebliches Gewicht erreichen.
Die Montierung sollte deshalb ausreichend stabil dimensioniert sein.
Für visuelle Beobachtung eignen sich je nach Größe:
- stabile azimutale Montierungen
- parallaktische Montierungen
- GoTo-Montierungen
Für Astrofotografie ist eine präzise parallaktische Montierung in der Regel die beste Wahl.
Besonders bei Brennweiten von 2000 bis über 3000 mm werden selbst kleine Nachführfehler deutlich sichtbar.
Kollimation eines Cassegrain-Teleskops
Für maximale Bildqualität muss ein klassisches Cassegrain präzise kollimiert sein.
Eine fehlerhafte Justage kann insbesondere bei hohen Vergrößerungen die erreichbare Schärfe deutlich reduzieren.
Nach längeren Transporten oder wenn die Sternabbildung asymmetrisch erscheint, sollte die Kollimation kontrolliert werden.
Gerade bei Planetenbeobachtung und Planetenfotografie ist eine exakte Justage entscheidend.
Sinnvolles Zubehör für Cassegrain-Teleskope
Je nach Anwendung können folgende Zubehörteile interessant sein:
- zusätzliche Okulare
- hochwertige Zenitspiegel
- Barlowlinsen
- Planetenkameras
- Mondkameras
- Kameraadapter
- Filter
- Motorfokus
- Sucher
- Kollimationshilfen
- Transportlösungen
Aufgrund der langen Brennweite sollten Okularbrennweiten so gewählt werden, dass die resultierende Vergrößerung unter realen Beobachtungsbedingungen sinnvoll nutzbar bleibt.
Klassische Cassegrain Teleskope bei Optikshop24
Bei Optikshop24 finden Sie klassische Cassegrain-Spiegelteleskope von Omegon und TS-Optics für anspruchsvolle visuelle Astronomie und hochauflösende Fotografie.
Das Sortiment reicht vom kompakten 6"-Cassegrain bis zum großen 12"-System mit mehr als 3,5 Metern Brennweite.
Damit eignen sich die Teleskope besonders für Beobachter und Astrofotografen mit einem Schwerpunkt auf Mond, Planeten, Doppelsternen und kompakten Deep-Sky-Objekten.