Achromatische Linsenteleskope – Refraktoren für Astronomie

Achromatische Linsenteleskope sind klassische Refraktoren und überzeugen durch einfache Bedienung, kontrastreiche Abbildung und einen geringen Wartungsaufwand. Sie eignen sich je nach Öffnung und Brennweite für die Beobachtung von Mond, Planeten, Sternhaufen und ausgedehnten Himmelsobjekten sowie teilweise auch für Natur- und Erdbeobachtungen.

Entdecken Sie achromatische Refraktoren als komplette Teleskop-Sets mit Montierung und Stativ, mit GoTo-Steuerung oder als reinen optischen Tubus (OTA) – vom kompakten Einsteigerteleskop bis zum lichtstarken Großfeld-Refraktor.

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Achromatische Linsenteleskope – klassische Refraktoren für die Himmelsbeobachtung

Das achromatische Linsenteleskop gehört zu den klassischen Bauformen astronomischer Teleskope.

Bei einem Refraktor wird das einfallende Licht durch ein Objektiv aus Linsen gesammelt und gebündelt. Ein achromatisches Objektiv kombiniert typischerweise zwei unterschiedliche Glassorten, um den bei einfachen Linsen stark ausgeprägten Farbfehler deutlich zu reduzieren.

Achromatische Refraktoren zeichnen sich durch ihre unkomplizierte Bedienung und eine kontrastreiche Abbildung aus. Da sich im optischen Tubus normalerweise keine zentrale Abschattung durch einen Fangspiegel befindet, sind sie besonders für visuelle Beobachtungen beliebt.

Für wen eignet sich ein achromatischer Refraktor?

Ein achromatisches Linsenteleskop ist besonders interessant für:

  • Einsteiger in die Astronomie
  • Mondbeobachtung
  • Planetenbeobachtung
  • Doppelsterne
  • offene Sternhaufen
  • helle Deep-Sky-Objekte
  • großflächige Sternfelder
  • Natur- und Landschaftsbeobachtung
  • mobile Beobachtung

Welche Beobachtungsziele besonders gut geeignet sind, hängt vor allem von Öffnung, Brennweite und Öffnungsverhältnis des jeweiligen Teleskops ab.

Lange Brennweite für Mond und Planeten

Achromatische Refraktoren mit längerer Brennweite beziehungsweise einem größeren Öffnungsverhältnis wie beispielsweise f/10 oder f/12 zeigen deutlich weniger störende Farbsäume als sehr kurzbrennweitige Achromaten.

Sie eignen sich deshalb besonders gut für Beobachtungen mit mittleren und höheren Vergrößerungen.

Typische Beobachtungsziele sind:

  • Mondkrater und Gebirge
  • Jupiter und seine Monde
  • Saturn mit Ringsystem
  • Mars bei günstiger Opposition
  • Doppelsterne
  • helle Sternhaufen

Ein klassischer Refraktor mit beispielsweise 70 bis 120 mm Öffnung und einer längeren Brennweite kann daher ein vielseitiges Teleskop für die visuelle Mond- und Planetenbeobachtung sein.

Kurzbrennweitige Achromaten für große Gesichtsfelder

Kurze achromatische Refraktoren verfolgen einen anderen Schwerpunkt.

Modelle mit beispielsweise f/5 oder f/6 bieten ein großes Gesichtsfeld und sind besonders interessant für Beobachtungen mit niedriger bis mittlerer Vergrößerung.

Geeignete Beobachtungsziele können sein:

  • große offene Sternhaufen
  • ausgedehnte Nebel
  • Sternfelder
  • Bereiche der Milchstraße
  • Kometen
  • Naturbeobachtung

Ihre kompakte Bauform macht kurzbrennweitige Refraktoren außerdem zu interessanten Reise- und Großfeldteleskopen.

Bei hohen Vergrößerungen an hellen Objekten tritt bei diesen schnellen Achromaten der typische Farbfehler allerdings deutlicher hervor.

Was bedeutet Farbfehler bei einem achromatischen Teleskop?

Unterschiedliche Farben beziehungsweise Wellenlängen des Lichts werden von einer Linse unterschiedlich stark gebrochen.

Bei einem achromatischen Objektiv wird dieser Effekt gegenüber einer einfachen Linse erheblich reduziert, jedoch nicht vollständig beseitigt.

Besonders bei hellen Objekten wie Mond, Jupiter oder sehr hellen Sternen kann deshalb ein violetter oder bläulicher Farbsaum sichtbar werden.

Wie stark dieser Effekt wahrgenommen wird, hängt unter anderem von:

  • Öffnung
  • Brennweite
  • Öffnungsverhältnis
  • Vergrößerung
  • Beobachtungsobjekt

ab.

Je länger das Öffnungsverhältnis eines klassischen Achromaten ist, desto geringer fällt der Farbfehler in der Regel auf.

Achromat oder ED-/Apochromatischer Refraktor?

Ein achromatischer Refraktor bietet einen vergleichsweise günstigen Einstieg in die Welt der Linsenteleskope.

ED- und apochromatische Refraktoren verwenden dagegen spezielle Glassorten und aufwendigere Objektivkonstruktionen, um chromatische Aberration noch stärker zu korrigieren.

Achromatische Refraktoren eignen sich besonders für:

  • preisbewusste Einsteiger
  • visuelle Beobachtung
  • Mond und Planeten bei längerer Brennweite
  • Großfeldbeobachtung bei kurzen Brennweiten
  • Naturbeobachtung

ED- und APO-Refraktoren sind besonders interessant, wenn eine noch bessere Farbkorrektur gewünscht wird oder das Teleskop anspruchsvoll fotografisch eingesetzt werden soll.

Für den rein visuellen Einstieg kann ein guter Achromat jedoch ein sehr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Welche Öffnung sollte ein Linsenteleskop haben?

Die Öffnung bestimmt, wie viel Licht das Teleskop sammeln kann und welches Auflösungsvermögen grundsätzlich zur Verfügung steht.

Kleinere Refraktoren mit etwa 60 bis 80 mm Öffnung sind kompakt, leicht und einfach zu bedienen. Sie eignen sich besonders für Einsteiger, Mondbeobachtung und helle Himmelsobjekte.

Refraktoren mit etwa 90 bis 102 mm Öffnung sammeln bereits deutlich mehr Licht und bieten höhere Reserven bei der Detailbeobachtung.

Modelle mit 120 mm Öffnung oder mehr können noch lichtstärker sein, benötigen jedoch entsprechend stabilere Montierungen.

Die richtige Montierung für einen Refraktor

Neben der Optik hat die Montierung großen Einfluss auf den Beobachtungskomfort.

Ein langes Linsenteleskop erzeugt durch seinen langen Tubus einen relativ großen Hebel. Die Montierung sollte deshalb ausreichend stabil dimensioniert sein.

Grundsätzlich stehen unterschiedliche Systeme zur Verfügung.

Azimutale Montierungen

Eine azimutale Montierung bewegt das Teleskop nach oben und unten sowie nach links und rechts.

Sie ist besonders einfach zu bedienen und eignet sich sehr gut für Einsteiger, schnelle Beobachtungen und Naturbeobachtung.

Parallaktische Montierungen

Eine parallaktische oder äquatoriale Montierung wird auf die Erdachse ausgerichtet.

Nach korrekter Aufstellung kann die Erdrotation durch Bewegung einer Achse ausgeglichen werden. Das ist besonders bei astronomischen Beobachtungen mit höheren Vergrößerungen komfortabel.

GoTo-Montierungen

Eine computergesteuerte GoTo-Montierung kann nach erfolgter Ausrichtung zahlreiche Himmelsobjekte automatisch anfahren.

Das ist besonders praktisch für Beobachter, die Objekte schnell auffinden möchten oder Unterstützung bei der Orientierung am Nachthimmel wünschen.

Komplettset oder OTA?

In dieser Kategorie finden Sie unterschiedliche Ausstattungsvarianten.

Komplettsets enthalten je nach Modell bereits:

  • Teleskoptubus
  • Montierung
  • Stativ
  • Sucher
  • Zenitspiegel oder Prisma
  • Okulare
  • teilweise Barlowlinse
  • weiteres Zubehör

Sie eignen sich besonders für Einsteiger, die direkt mit der Beobachtung beginnen möchten.

OTA steht dagegen für „Optical Tube Assembly“ und bezeichnet im Wesentlichen den optischen Tubus ohne vollständige Montierung und Stativ.

Ein OTA ist besonders interessant, wenn bereits eine geeignete Montierung vorhanden ist oder ein individuelles Teleskop-Setup zusammengestellt werden soll.

Achromatische Refraktoren für Naturbeobachtung

Viele achromatische Linsenteleskope können nicht nur astronomisch eingesetzt werden.

Mit einem geeigneten Amici-Prisma oder einer entsprechenden Umkehrlinse ist auch ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild für terrestrische Beobachtungen möglich.

Dadurch können geeignete Modelle beispielsweise für:

  • Landschaftsbeobachtung
  • Tierbeobachtung
  • Beobachtung weit entfernter Objekte

eingesetzt werden.

Kompakte kurzbrennweitige Refraktoren sind dafür besonders interessant.

Achromatische Refraktoren für Astrofotografie

Grundsätzlich können auch achromatische Linsenteleskope fotografisch genutzt werden.

Für Mondaufnahmen, einfache Planetenfotografie oder erste Experimente mit einer Kamera können viele Modelle gut geeignet sein.

Bei anspruchsvoller Deep-Sky-Fotografie wird der verbleibende Farbfehler eines Achromaten jedoch deutlicher sichtbar. Für diesen Anwendungsbereich werden deshalb häufig ED- oder APO-Refraktoren bevorzugt.

Kurzbrennweitige Achromaten können dagegen beispielsweise als Leitrohr oder für spezielle Großfeldanwendungen interessant sein.

Zubehör für achromatische Linsenteleskope

Ein Refraktor lässt sich mit geeignetem Zubehör an unterschiedliche Beobachtungsziele anpassen.

Interessante Ergänzungen sind beispielsweise:

  • zusätzliche Okulare
  • Barlowlinsen
  • Zenitspiegel
  • Amici-Prismen
  • Mondfilter
  • Nebelfilter
  • Sucher
  • Smartphone-Adapter
  • Kameraadapter
  • Motorisierung für Montierungen
  • Transporttaschen

Vor dem Kauf sollte auf Steckdurchmesser, Gewinde und die Kompatibilität mit Teleskop und Montierung geachtet werden.

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